Freie Software – kostet nichts, kann (fast) alles

Es gibt sie: kostenlose Programme, die euch glücklich machen (können). In diesem Beitrag empfehle ich euch meine Favoriten aus den Bereichen Bildbearbeitung, Büro-Software und Desktop-Publishing.

Eines vorweg: Ich weiß um die Unterschiede zwischen den Begriffen “Freie Software”, “Freeware” und “Open Source”. Mein Beitrag soll Tipps geben und keinen Nerd-Award gewinnen. Deshalb nutze ich die Begriffe teils synonym. Ätsch. ;-)

Bildbearbeitung: Gimp


Gimp: kostenlose Bildbearbeitung
Screenshot der Gimp-Homepage

Adobe hier, Adobe da…Adobe wunderbar? Wer an Bildbearbeitung denkt, dem kommt zumeist Adobe Photoshop in den Sinn. Laut Wikipedia nutzen 90 Prozent der professionellen Gestalter dieses Programm (die restlichen zehn Prozent mögen sich mal bei mir melden, wäre mir ein Interview wert). Light-Versionen wie Photoshop-Elements bekommt man mittlerweile bereits ab 75 Euro, die Vollversionen schlagen mit satten 900 Euro zu Buche. Aber es geht auch kostenlos und trotzdem hochwertig: mit Gimp.

Gimp steht für “GNU Image Manipulation Program” (mit GNU ist keine afrikanische Antilope gemeint, sondern eine freie Software). Es erschien erstmals 1998 und bietet für ein kostenloses Programm umwerfend viel:

  • Filter für grafische Effekte
  • Umwandlungs-, Auswahl-, Ebenen- und Maskierungsfunktionen
  • 48 verschiedene Pinsel
  • Einstellbare Kantenschärfe und Deckung
  • Dialoge für Ebenen, Farbkanäle, Pfade
  • Direktes Beeinflussen der einzelnen Farbkanäle
  • Und, und, und…

Ja, liebe Profi-Grafik-Designer, ich weiß: Euer Mac und eure Adobe Creative Suite sind euch heilig. Für absolute Experten mag es Funktionen geben, die Gimp fehlen. Und es ist auch nicht so geschickt in eine Design-Suite integriert. Aber Hobby- und Nebenbei-Bildbearbeiter sollten mit Gimp rundum glücklich werden.

Achtung: Bitte ladet euch Gimp nur von vertrauenswürdigen Sites herunter. Diverse Ganoven bieten kostenlose Programme gerne mal auf zwielichtigen Online-Präsenzen an, um euch dann eine Gebühr aufs Auge zu drücken. Deshalb: Wählt den Gimp-Download auf chip.de und ihr seid auf der sicheren Seite.

Büro-Software: LibreOffice & OpenOffice


Die kostenlose Büro-Software LibreOffice
Screenshot der LibreOffice-Homepage
Die kostenlose Büro-Software OpenOffice
Screenshot der OpenOffice-Homepage

Word, Excel, Powerpoint & Co. kennt jeder: Sie gehören zum Microsoft Office-Paket und haben europäische und US-Büros fest in ihrer Hand. Auch hier gibt es eine gute kostenlose Alternative – eigentlich zwei:

Am Anfang gab es OpenOffice. Es erschien 2000 und befand sich später unter der Fittiche der Oracle Corporation (einem der weltweit größten Softwarehersteller). 2010 gab es Knatsch: Einige OpenOffice-Entwickler waren unzufrieden mit Oracles Lizenz- und Entwicklerpolitik. Sie streckten ihren Ex-Kollegen die Zunge raus und gründeten kurzerhand "The Document Foundation". Ihr neues, eigenes Programm: eine OpenOffice-Abspaltung namens LibreOffice. Abgesehen vom Namen sind sich beide Programme (aus User-Sicht und momentan noch) sehr ähnlich.

LibreOffice/OpenOffice bieten euch eine (Fast-)Komplettalternative zum Microsoft Office-Paket und bestehen aus:
  • Writer (Textverarbeitung)
  • Calc (Tabellenkalkulation)
  • Impress (Präsentation)
  • Draw (Grafik)
  • Base (Datenbank)
  • Math (Formeleditor)
Stichwort Kompatibilität: Ihr könnt alle Microsoft-Office-Dateien in LibreOffice und OpenOffice öffnen. Und ihr könnt alle LibreOffice/OpenOffice-Dokumente als Microsoft-Office-Variante abspeichern.

Bei der letztgenannten Konstellation ergibt sich leider ein Problem: Mitunter verschiebt es Text-/Grafik-Formatierungen, sodass der Microsoft-Office-Nutzer eine leicht zerschossene Version vor sich hat. Eine 100%-ige Darstellungsverträglichkeit gibt es leider nicht. Fairerweise muss man aber sagen: Dieses Problem haben auch verschiedene Microsoft-Office-Versionen untereinander. Der Königsweg: LibreOffice und OpenOffice bieten einen integrierten PDF-Umwandler. So stellt ihr sicher, dass eure Dokumente immer einwandfrei dargestellt werden, unabhängig von Programm und Betriebssystem.

LibreOffice Writer: Das Pendant zu Microsoft Word
LibreOffice Writer: Das kostenlose Pendant zu Microsoft Word
(Screenshot)

Die LibreOffice/OpenOffice-Benutzeroberfläche ist intuitiv erlernbar und recht nah an gängigen Microsoft-Office-Standards. Learning by doing geht leicht von der Hand. Auch hier gilt: Nutzt einen sicheren Download-Anbieter und hütet euch vor zwielichtigen Download-Sites. Ich empfehle erneut den sicheren chip.de-Download:

Desktop-Publishing: Scribus


Das kostenlose Desktop-Publishing-Programm Scribus
Screenshot der Scribus-Homepage

Hoppla, Bulls**t-Bingo! Was um Himmels Willen ist denn “Desktop-Publishing”? Ich bitte um Verzeihung, eine knackige und treffende deutsche Übersetzung war nicht zu finden. Deshalb an dieser Stelle die Wikipedia-Definition:

Desktop-Publishing (Abkürzung DTP; engl. für "Publizieren vom Schreibtisch aus") ist das rechnergestützte Setzen von Dokumenten, die aus Texten und Bildern bestehen und später als Publikationen, wie zum Beispiel Broschüren, Magazine, Bücher oder Kataloge, ihre Verwendung finden.

Im kostenpflichtigen Sektor ist hier erneut Adobe Platzhirsch: Zeitschriften, Zeitungen, Prospekte, Broschüren, Kataloge, Faltblätter und Plakate entstehen mehrheitlich in Adobe InDesign. Ein tolles Programm (ich habe oft damit arbeiten dürfen), aber ein gepfefferter Preis: Mit rund 900 Euro seid ihr dabei.

Ja, es gibt auch hier eine kostenlose Alternative: Scribus. Es erschien erstmals 2001 und bietet in seiner aktuellen Version richtig viel: Im Handumdrehen könnt ihr absolut vorzeigbare Printprodukt-Druckvorlagen erstellen. Auch hier die Bitte: Nutzt den Scribus-Download auf chip.de und ihr seid auf der sicheren Seite.

Freie Software: Und was machen wir jetzt mit dem Mammon?

Rund 2000 Euro könntet ihr sparen, würdet ihr diese kostenlosen Varianten ihren kostenpflichtigen Konkurrenten (in der jeweiligen Standard-Version) vorziehen. Dafür bekämt ihr:
  • Ein bis drei Karibik-Kreuzfahrten
  • Ein gehobenes BMW-Fahrrad
  • Eine Fender 60th Anni AM Vint 1954 Strat (das ist eine Gitarre)
  • Einen 65 Zoll 3D Smart-TV Plasma-Fernseher mit WLAN
  • Rund 45 gebundene Sträuße aus edlen roten Rosen
  • Und jede Menge mehr ;-)

Ich wünsche euch viel Spaß mit den hier vorgestellten Programmen. Berichtet mir doch bei Gelegenheit, wie sie euch gefallen haben.

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Mathias Sauermann

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