"StayFriends ist eine Erfolgsstory!"

Teil 1 meines Interviews mit StayFriends- und Vobe-Gründer Michel Lindenberg (50): Der Web-Entrepreneur aus der Nürnberger Nachbarstadt Erlangen kennt das Internet-Business seit 1995. 2015 startete er sein neuestes Projekt Vobe. Höchste Zeit für ein Gespräch!


Michel Lindenberg gründete StayFriends und Vobe.
StayFriends- und Vobe-Gründer Michel Lindenberg (50).

Michel hatte mich in das StayFriends-Büro in der Erlanger Innenstadt eingeladen. Der schlichte Eingangsbereich im Erdgeschoss lässt nicht erahnen, welch tolle Location den Besucher im zweiten Stock erwartet: lichtdurchflutete, eindrucksvolle Büros mit einer tollen Terrasse samt Blick über Erlangen.

Rund 120 Minuten lang unterhielten wir uns hier über Michels Werdegang, StayFriends, Vobe und das Web von 1995 bis heute. Vorhang auf für Teil 1:

Michel, du hast StayFriends 2002 in der Nürnberger Nachbarstadt Erlangen gegründet. Damals warst du bereits sieben Jahre im Web unterwegs, mit der von dir mitgegründeten Online-Agentur WWL Internet AG. Bitte berichte uns von dieser Zeit.
Ich studierte in Erlangen Informatik und machte mich direkt nach dem Studium selbstständig – mit einem kleinen Software-Entwicklungshaus. Im Januar 1995 rief mich Christian an, ein Student, der einst bei mir gearbeitet hatte. Er fragte: "Michel, hast du schon mal etwas vom Internet gehört?"....

... 1995 eine berechtigte Frage ...    
...ich antwortete, ich hätte viel davon gehört, aber es noch nie gesehen. Er lud mich in die Uni ein, um mir das Web zu zeigen. Dort erblickte ich die erste Webseite meines Lebens. Christian prophezeite mir damals vor 20 Jahren, dass die Menschen eines Tages mit dem Internet Transaktionen machen würden. Die Programmierung solcher Seiten war seine Geschäftsidee und ich sollte ihn unterstützen.

Wie konntest du dich einbringen?
Anfangs wollte ich nur bei der Firmengründung aushelfen, doch schnell investierte ich meine Zeit mehrheitlich in dieses Start-up. So fingen wir 1995 an, zunächst einen Einwahlknoten für Nürnberg aufzubauen und dann Webseiten zu entwickeln.


Michel Lindenberg bei einer Präsentation.
Michel Lindenberg lässt seine Web-Reise Revue passieren.

Wer waren eure ersten Kunden?

Das Versandhaus Quelle in der Nürnberger Nachbarstadt Fürth war einer unserer Wunschkandidaten. Außerdem wollten wir die DATEV [Nürnberger IT-Dienstleister mit heute rund 7000 Mitarbeitern – Anm. d. Red.] und Playmobil [dessen Eigentümer die Brandstätter-Gruppe in Zirndorf bei Fürth sitzt – Anm. d. Red.]. Diese drei Unternehmen wollten wir Mitte der 1990er ins Web bringen und das klappte erstaunlich schnell. Von da an nahm unsere Geschäftsidee deutlich Fahrt auf.

2002 hast du StayFriends gegründet – eine Social-Media-Plattform, auf der User ihre alten Schulfreunde wiederfinden können.
Auf die Idee brachte mich meine damalige Privat-Englischlehrerin: Sie erzählte mir von einer englischen Plattform namens "Friends Reunited". Ich war begeistert.

Im Januar 2010 hatte StayFriends rund 40 Millionen Visits, im September 2014 waren es noch rund 1,5 Millionen. Damit ereilte euch ein ähnliches Schicksal wie werkenntwen.de, lokalisten.de oder studiVZ.
In Sachen Social Media tickte Deutschland damals anders als der Rest der Welt. Der Facebook-Klon studiVZ hatte zunächst den deutschen Markt eingenommen. Facebook war bereits Platzhirsch in 17 europäischen Ländern, jedoch noch nicht in Deutschland. werkenntwen hatte einen überraschenden Erfolg, den ich mir nur mit einem Hype erklären konnte. StayFriends dagegen war nie die "In-Kneipe", bei uns gab es keinen Hype.

Die Social-Media-Plattform StayFriends.
Die Social-Media-Plattform StayFriends.

Warum rannte alle Welt irgendwann zu Facebook?
Facebook hatte eine weitreichendere Vision, mehr Ressourcen und nie diese thematische Enge wie StayFriends. Wer auf Klassentreffen geht, kennt das: Wenn man die Leute zehn Jahre nicht gesehen hat, ist der erste Abend richtig spannend. Am zweiten und dritten Abend wird es dann schon langweiliger. Deshalb hatte StayFriends mit seinem Schulfreunde-Thema einen guten Start und ein gutes erstes Wachstum. Dann hatten wir aber mit der Enge dieser Nische zu kämpfen. Facebook war frischer, neuer und setzte sich schließlich an die Spitze.

StayFriends hat aber nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal.
Richtig. StayFriends kann bis heute sagen: Wir sind nicht das schlechtere Facebook – wir sind die Plattform, auf der man seine alten Schulfreunde wiederfindet. Deshalb ist StayFriends bis heute bekannt und deshalb sehe ich StayFriends als Erfolgsstory.

Michel, lass uns über die Gegenwart und die Zukunft sprechen: ...


... Ende Teil 1.


Im >zweiten Teil meines Interviews mit StayFriends-Gründer Michel Lindenberg erfahrt ihr alles über sein neuestes Projekt Vobe.

Außerdem beleuchten wir die Entwicklungen der Web-Welt seit 1995 und ihr lest, warum Michel die Smartwatch für das nächste große Ding hält. Don't miss it! ;-)

Kommentare

Mathias Sauermann

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