Vorsicht, Falle – so erkennt ihr die SEO-Gangster

Scharlatane nutzen das SEO-Unwissen von Unternehmen aus und ziehen ihnen mit fahrlässigen Pseudo-Tipps das Geld aus der Tasche. Häufige Folge: finanzielle Schäden und ärgerliche Google-Strafen. Mit dieser Checkliste prüft ihr, ob ihr es mit SEO-Profis oder SEO-Blendern zu tun habt.

SEO-Betrüger
Can't buy me top-rankings: SEO-Gangster betreiben kein Profi-SEO.
(The Bandit Beatles von shirokazan unter CC BY 2.0)

Im Sommer 2014 traf ich mich als SEO-Consultant mit einem Bonner Mittelständler. Er suchte einen Content-Dienstleister, der ihn auch bei der Suchmaschinenoptimierung unterstützen sollte.

Wir kamen ins Gespräch. Von Sekunde eins an fiel mir sein Misstrauen auf, nur zögerlich erzählte er von seinen Negativerfahrungen mit der SEO-Branche. Seine Geschichte erklärt, warum die Suchmaschinenoptimierung bis heute nicht den besten Ruf hat:

➧ Einst hatte ihm eine SEO-Agentur empfohlen, intensiv in den Backlink-Aufbau zu investieren und zwar mittels Backlink-Kauf. Dies würde das Google-Ranking seiner Webseiten deutlich verbessern, da der Suchmaschinenriese diese Backlinks als Qualitätsmerkmal der Website interpretieren würde.

Der Mittelständler vertraute dem vermeintlichen Experten und machte einen vierstelligen Betrag locker. Was ihm der "Experte" nicht sagte (oder schlimmstenfalls selbst nicht wusste): Google erkennt diese Art von unnatürlichem Linkaufbau immer besser und straft ihn rigoros ab.

Grund: Ein gekaufter Backlink ist keine objektive Empfehlung einer anderen Website – sondern der Versuch, Google zu täuschen.

SEO-Manipulationen kommen Website-Betreibern teuer zu stehen.
Falsche SEO-Beratung kann richtig teuer werden.
(Torn & Cut One Dollar Note von photosteve101 unter CC BY 2.0)

Es kam, wie es kommen musste: Die Website des Bonner Unternehmens kassierte einen Penalty und stürzte in den Google-Trefferlisten ab. Das hielt die SEO-Agentur nicht davon ab, erneut die Hand aufzuhalten: Der Mittelständler solle sie nun dafür bezahlen, dass sie die schlechten Backlinks wieder abbaut, um die Google-Strafe zu beenden.

Man lasse sich das auf der Zunge zergehen! Eine Analogie: Ihr sollt jemanden dafür bezahlen, dass er Müll in eure Wohnung schmeißt. Anschließend sollt ihr diese Person nochmal bezahlen, damit sie den Müll wieder aus eurer Wohnung rausholt. Kostspieliger Kokolores.

Damit ihr die SEO-Bad-Guys gleich als solche erkennt, anbei meine Checkliste:

6 typische Aussagen von falschen SEO-Propheten

1. "Sie müssen Backlinks kaufen, wenn Sie Ihr Google-Ranking verbessern wollen!"
Siehe oben. Vergesst es. In der SEO-Steinzeit hat das funktioniert, mittlerweile erkennt Google diese Masche schnell und reagiert hart.

2. "Sie müssen Backlinks tauschen und in Blogkommentaren setzen, damit Ihre Website besser rankt!"

Ähnlicher Mumpitz wie oben. Google erkennt so gut wie jede Art von unnatürlichem Linkaufbau und nimmt keine Gefangenen.

3. "Wir bringen Sie garantiert auf Seite 1 bei Google!"
Nichts und niemand kann Top-Rankings bei Google garantieren. Folglich würde kein seriöser SEO so etwas versprechen.

4. "Wir haben Kontakte zu Google!"

Ja, nee, is' klar. Ich telefoniere auch einmal wöchentlich mit Larry Page, nachdem ich mit Sergey Brin und Matt Cutts auf dem Minigolf-Platz war... Kein seriöser und professioneller SEO würde so etwas behaupten.

5. "Je öfter das Keyword auf Ihrer Website vorkommt, desto besser wird ihr Google-Ranking!"
Auch der Schuss geht nach hinten los: Google erkennt Keyword-Spamming und straft es ab. Dasselbe gilt für versteckten Text (hellgraue Schrift auf weißem Grund und ähnliche Späße).

6. "Je höher der Google PageRank, desto besser das Ranking Ihrer Website!"
Google kommuniziert den >PageRank seit Ende 2013 nicht mehr nach außen. Diese vermeintliche Website-Währung sagt in ihrer öffentlichen Variante seit eineinhalb Jahren nichts mehr aus – und die Google-interne, nach wie vor relevante Variante erfährt kein Außenstehender.

SEO: Eigenes Know-how ist der beste Schutz


Eigenes SEO-Knowhow ist der beste Schutz.
Der beste Schutz vor SEO-Falschberatung: eigenes SEO-Wissen.
(library books von timetrax23 unter CC BY-SA 2.0)

Mein Tipp: Eignet euch ein SEO-Grundlagenwissen an. So könnt ihr selbst einschätzen, wie sinnvoll und professionell das Vorgehen eures SEO-Dienstleisters ist.

Vier Lese-Tipps:

Viel Erfolg – und Augen auf! ;-)

Kommentare

Mathias Sauermann

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