"myinstrument begeistert Musiker und Hersteller!"

Das Nürnberger Web-Start-Up myinstrument ist ein Social Network für alle, die Musikinstrumente spielen, herstellen und verkaufen. Nach meinem ersten Interview mit den Jungs im Sommer 2014 war es höchste Zeit für ein Update. Vorhang auf!

Das >erste myinstrument-Interview führten wir vor einem Jahr im Café. Dieses Mal trafen wir uns im zwischenzeitlich eröffneten Firmenbüro – im Herzen der Nürnberger Südstadt.

In rund 30 Minuten brachten mich Ralph Christian Schneider (Geschäftsführung), David "Dave" Appler (Entwicklung) und Christian Bauer (Marketing) auf den neuesten Stand.


Die myinstrument Gründer Ralph, Chris und Dave.
Die myinstrument-Gründer (v.l.):
Ralph Christian Schneider (32), Christian Bauer (33), David Appler (28).

Ein Jahr ist seit unserem ersten Interview vergangen: Wo steht myinstrument im Sommer 2015? Was sind momentan eure größten Themen als Nürnberger Web-Start-up? 

Ralph:
Wir erweitern gerade das Team und verhandeln mit drei Entwicklern. Auch Mitarbeiter-Beteiligungen sind ein aktuelles Thema bei myinstrument. Inhaltlich diskutieren wir derzeit die kommenden Features auf der Plattform....

Dave: ...und wie wir bestehende Features erweitern können.

Ralph: Außerdem ist myinstrument TV auf YouTube live gegangen: Hier beleuchten wir spannende Themen für Musiker. Und unser kommender Online-Shop geht bald live.

Was werdet ihr im Online-Shop anbieten?

Ralph: Wir werden Produkte von Instrumenten-Herstellern anbieten, die nicht im regulären Fachhandel zu finden sind. Diese Firmen fertigen in sehr kleinen Stückzahlen. Sie sollen auf myinstrument eine Plattform haben, über die sie ihre Instrumente online bewerben und verkaufen können.

Chris: Das sind sehr hochwertige, handgemachte Instrumente, die aber schwer im Netz auffindbar sind. Einige Musiker kennen die Marken, die breite Masse jedoch nicht.

Wie zufrieden seid ihr mit dem momentanen Status von myinstrument? Was läuft gut, was könnte besser laufen?

Chris: Das Team ist klasse: Wir sind zusammengewachsen und es haben sich echte Freundschaften entwickelt.

Ralph: Unsere Userzahlen steigen, aber es ist noch viel Luft nach oben. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Dinge schneller entwickeln.

Chris: Es ist auch ein Ressourcen-Problem, der Entwicklungsbedarf ist sehr hoch, weshalb wir IT-Verstärkung suchen. Sehr gut ist die Resonanz auf dem Markt: Musiker und Hersteller sind sehr begeistert von myinstrument.


Die myinstrument-Startseite.
Die myinstrument-Startseite im Sommer 2015.

Wie haben sich eure Ziele und Prioritäten für myinstrument in den letzten zwölf Monaten verändert? Musstet ihr die Weichen neu stellen?

Dave: Das ist ein ganz aktueller Prozess: Wir hatten anfangs viel definiert und prüfen momentan unseren Ist-Zustand. Darauf aufbauend definieren wir dann, wohin die Reise gehen soll.

Chris: Wir überlegen jetzt, auf welche Features wir uns künftig konzentrieren wollen.

Stichwort Himmel und Hölle: Was war im letzten Jahr die größte Enttäuschung für euch? Und was das größte Highlight?

Ralph: Das Fertigstellen des letzten Updates war ein echtes Highlight: Seitdem gibt es die Hersteller- und Händlerprofile auf myinstrument. Auch die Einigung mit unseren Investoren – der VC Nordbayern GmbH – war ein Höhepunkt, ebenso die Eröffnung des myinstrument-Büros in der Nürnberger Südstadt. Die Absage beim Förderprogramm des >German Accelerators dagegen war enttäuschend. Wir bleiben aber selbstverständlich auch hier am Ball!  

Stichwort Finanzierung: Welche Umsatzmodelle habt ihr mittlerweile und wie laufen sie?

Ralph: Für die Musiker gibt es neben der kostenlosen Basis-Mitgliedschaft einen kostenpflichtigen Pro-Account mit etlichen Vorteilen. Weiterhin gibt es im Black Board kostenpflichtige Anzeigen, die aufmerksamkeits- und reichweitenstärker sind. Außerdem zahlen Hersteller und Händler, die myinstrument nutzen wollen, einen Jahresbeitrag. 

Chris: Und Unternehmen können Werbebanner auf der Website schalten.

Ralph: Alles in allem machen wir jetzt erste, kleine Umsätze.


Das myinstrument-Logo.


Ihr seid mit myinstrument Teil der Web-Szene Nürnberg-Fürth-Erlangen. Wie entwickelt sie sich?

Ralph: Ich vermisse das "next big thing", das aus Nürnberg kommt. >hotel.de war die letzte echte Web-Erfolgsstory.

Dave: Es gibt viele spannende Web-Unternehmen und -Projekte in der Region. Es ist aber kaum bekannt, dass sie von hier kommen. Es fehlt eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit.

Drei Termine: Sommer 2016, Sommer 2017 und Sommer 2018. Was wollt ihr bis zu welchem Datum mit myinstrument erreicht haben?

Dave: Sommer 2016: myinstrument hat ein kleines Team mit festangestellten Mitarbeitern – und eine lebendige Plattform mit vielen Usern, die sich immer wieder gerne einloggen.

Chris: Sommer 2017: myinstrument ist auf dem Weg zum internationalen Marktführer.

Ralph: Sommer 2018: Erstes Übernahmeangebot von Google, das wir natürlich mit einem Lächeln ausschlagen! (alle lachen)

Ralph, Dave, Chris, vielen Dank für dieses Gespräch. Alles Gute und viel Erfolg für euch und myinstrument.


Update Dezember 2015: myinstrument gibt es leider nicht mehr. Die Jungs haben sich entschieden, die Pforten des Musiker-Portals zu schließen.


Link-Tipps:

Kommentare

Mathias Sauermann

Mathias Sauermann
...bloggt hier.
>NEWSLETTER: Sichere dir die besten Beiträge meines Blogs >gratis und freibleibend!

Weitere spannende Beiträge dieses Blogs findest du in den Rubriken:
Online-Marketing-Tipps
Digitalisierung

Meinung!
Onliner-Allerlei


Titelbild: Digital Art unter CC0 1.0