User Signals: So misst Google die Qualität eurer Website

Wer in den Google-Trefferlisten gut ranken will, muss hochwertige Inhalte anbieten – so lautet das mittlerweile allgegenwärtige SEO-Mantra. Wie aber kann Google einschätzen, ob eine Website beim User gut ankommt? Die Antwort lest ihr hier.


Content is king.
(I want your content von thomas lapperre unter CC BY 2.0)

Neben den nach wie vor wichtigen >OnPage-SEO-Faktoren waren im OffPage-Bereich Backlinks lange Zeit die wertvollste Währung: Wer viele Rückverlinkungen von guten Seiten verzeichnen konnte, dessen Online-Auftritt bekam von Google das Prädikat "hochwertig".

Dieser Faktor gilt nach wie vor, jedoch wandelt sich der gesamte SEO-OffPage-Bereich derzeit massiv. Die Gründe:
  • zu viele Link-Manipulationsversuche (Link-Spamming)
  • zu viel Link-Handel (Link-Kauf und -Verkauf)
  • zu viel Link-Geschacher (Link-Tausch)
Google kann zwar immer besser natürliche Backlinks von unnatürlichen unterscheiden – braucht dafür aber Zeit. Entsprechend können Backlink-Betrüger kurz- bis mittelfristig mit ihrer Masche immer noch gute Rankings bei Google rausholen (werden früher oder später aber definitiv erwischt).

Deshalb benötigt der Suchmaschinenriese zusätzlich unverfälschte User-Signale, um die Qualität von Websites realistisch einschätzen zu können.

So wertet Google User Signals aus (Auswahl)

1. Verweildauer auf der Website (Time on Site)
Googles Logik: Je länger ein User auf einer Website bleibt, desto besser muss das Angebot sein.

Vice versa wird auch ein Schuh daraus: Wenn User mehrheitlich die Site gleich wieder verlassen, kann die Qualität nicht berauschend sein.

2. Type-in-Traffic
Unter Type-in-Traffic versteht man User, die die Adresse (URL) einer Webseite direkt in den Browser eintippen (= to type in).

Googles Logik: Webseiten, deren Adresse User öfter direkt eingeben, müssen etwas bieten – sonst würden sich die User die Adresse nicht merken.

3. Bookmark-Traffic
Bookmarks sind Lesezeichen eurer Lieblings-Webseiten – diese Bookmarks setzt ihr in eurem Browser.

Googles Logik: Schlechte Seiten würde niemand bookmarken – gute schon.

User Signals: Und woher weiß Google das alles?


Google wertet unser Surfverhalten aus.
(Uncle Sam "I Want Your Data" von DonkeyHotey unter CC BY 2.0)


1. Der Back-Button eures Browsers
Google misst, wie schnell ihr nach dem Klick auf einen Google-Suchtreffer den Zurück-Button im Browser klickt – um in der Google-Trefferliste, von der ihr kamt, die anderen Suchtreffer zu prüfen.

Googles Logik: Je schneller ihr zur Google-Trefferseite zurückklickt, desto unbefriedigender war der zuvor angeklickte Suchtreffer.

2. Google Chrome
In welchem Web-Browser schaut ihr euch diesen Blog-Beitrag gerade an? Im Chrome? Dann seid ihr in zahlreicher Gesellschaft:

2015 bescheinigen diverse Statistiken dem Google Browser Chrome weltweit einen Marktanteil von rund 50 Prozent – deutlich mehr als Internet Explorer, Mozilla Firefox und Apple Safari.

Chrome liefert Google jede Menge Infos über unser Surfverhalten. Die wiederum nutzt Google, um Webseiten qualitativ einstufen zu können.

3. Android
Welches Smartphone-Betriebssystem nutzt ihr? Android? Wem gehört Android? Genau: Google. Heißt auch hier: Thank you for your data!

Statistik: Marktanteile der Betriebssysteme an der Smartphone-Nutzung in Deutschland von Dezember 2011 bis Februar 2015 | Statista
Anteil der Smartphone-Besitzer in %. Mehr Statistiken findet ihr bei Statista.

4. Google Analytics…
...ist eines der >meistgenutzten Web-Controlling-Tools. Es misst (kostenlos), wie viele User eine Website hat und was diese dort machen.

Diese Infos sind sehr wichtig für Website-Betreiber, um ihren Online-Auftritt optimieren zu können – und Google liest natürlich mit.

Fazit: Content hilft … aber was ist mit dem Datenschutz?

Ihr wollt Top-Rankings bei Google? Dann ist hoffentlich klar geworden, dass ihr hochwertigen und stetig aktualisierten Content bieten müsst – um positive User-Signale und damit gute Google-Rankings zu bekommen.

Das ist eine mögliche Lesart dieses Beitrages…

...eine andere wäre: Stimmt es nicht nachdenklich, über wie viele Kanäle Google mittlerweile großflächig User-Daten absaugen kann? Ich gebe das an dieser Stelle gerne mal zur Diskussion frei.

Losgelöst davon lautet die SEO-Devise: Content, Content, Content – und immer an den User denken. ;-)

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Mathias Sauermann

Mathias Sauermann
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