Herz statt Technik: So tickt ein guter Social Media Manager

Immer mehr Unternehmen erkennen: Social Media Marketing ist kein Praktikanten-Job, sondern eine Profi-Aufgabe. Was muss ein Experte der sozialen Medien mitbringen?

Bücher, Kurse, Zertifikate, Studiengänge: Wer will, kann sich im Social Media Universum mannigfaltig aus- und weiterbilden (lassen). Stopp! Ich behaupte: Diese Dinge machen jemanden vielleicht zu einem guten Social Media Techniker – aber noch lange nicht zu einem guten Social Media Manager.


Reine Social Media Techniker kommunizieren schlecht.
Der reine Social Media Techniker schraubt gut – und kommuniziert schlecht.
(Help from Mr Handyman von Chris Isherwood unter CC BY-SA 2.0)


Social Media: Technik kann man lernen, Soft Skills nicht (so leicht)

Die Ziele des Marketings in sozialen Netzwerken sind schnell benannt. Es soll unter anderem...
  • das Unternehmen bekannter machen,
  • Neukunden gewinnen,
  • bestehende Kunden binden,
  • das Image pflegen
  • und neue Mitarbeiter locken.

Soweit die nüchterne Verstandesebene. Die Social Media Praxis ist aber äußerst emotional: Ob Facebook, YouTube, Twitter, Instagram, Blogs, Xing oder LinkedIn: Social Media ist Dialog und menschliches Miteinander – und aus Marketing-Sicht das Gespräch zwischen Unternehmen und deren Zielgruppen auf Augenhöhe.

Reine Social Media Techniker sind eine Fehlbesetzung

Eine kleine Geschichte...

Die RatziFatzi GmbH schickt ihren Marketing-Mitarbeiter Uwe Unsozial auf ein vierwöchiges berufsbegleitendes Seminar: "Social Media Experte in einem Monat – mit Zertifikat", angeboten zum Early-Bird-Preis von 2.999,99 Euro.

Uwe lernt unter anderem, wie man Unternehmensprofile erstellt und optimal konfiguriert. Er erfährt, welche Abmessungen das Facebook-Titelbild haben muss und wird fit in den Bereichen Strategie und Erfolgskontrolle. Auch kennt er sich nun bestens aus im Schalten von Werbeanzeigen auf den Plattformen.

Nach dem Seminar ist Uwe technisch ein absoluter Social Media Experte – aber kommunikativ?


Herz statt Technik: Social Media Marketing ist keine Auto-Inspektion.
Herz statt Technik: Social Media Marketing ist keine Auto-Inspektion.
(3 von OliBac unter CC BY 2.0)

Social Media Marketing braucht Soft Skills

Schauen wir uns den Menschen Uwe Unsozial von der RatziFatzi GmbH genauer an: Er ist nicht der größte Menschenfreund auf dem Planeten. Er spricht lieber selbst, als dass er anderen zuhört. Kommt ihm einer blöd, bellt er sofort zurück.

"Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott", das ist seine Devise: Deshalb hat er auch keine Lust, andere Menschen bei Problemen oder Fragen zu unterstützen. Wie sich andere Leute fühlen? Keine Ahnung, dafür interessiert sich Uwe nicht wirklich.

Und was ist mit all den Fans, Followern und Abonnenten auf den Social Media Plattformen seines Arbeitgebers – Facebook, Twitter, YouTube, Xing? Uwes Meinung: Die sollen "Gefällt mir" klicken und ansonsten die Klappe halten. Je mehr Likes er in seinem monatlichen Social-Media-Report vermerken kann, desto besser.

Warum auch mehr machen? Schließlich sorgt er ja dafür, dass die RatziFatzi GmbH dreimal die Woche etwas im Social Media Universum postet. Kommentare, die nicht passen, kann man löschen. Unser Social Media Crack Uwe weiß, wie der Hase läuft – er ist zertifiziert.

Einspruch! Tatsächlich ist Uwe nur eines: eine Social-Media-Fehlbesetzung par excellence.

Social Media Marketing: Herzenstakt statt Zertifikat


Ein guter Social Media Manager ist ein Menschenfreund.
(Smiley Ball in Riga von Guillaume Speurt unter CC BY-SA 2.0)

Ein Social Media Manager muss zuallererst das sein, was Uwe offensichtlich nicht ist:
  • menschenfreundlich
  • gesprächsbereit
  • einfühlsam
  • hilfsbereit
  • serviceorientiert
  • bedacht
  • reflektiert
  • verantwortungsbewusst
  • diplomatisch

Mit solchen Charaktereigenschaften gelingt es einem Social Media Manager, Fans und Follower abzuholen, zu begeistern und sie zu Supportern zu machen. Mehr noch: Solche Mitarbeiter nehmen auch Shitstorms ganz schnell den Wind aus den Segeln.

Seminare bringen solche Menschen nicht hervor. Aber andersherum wird ein Schuh daraus: Schickt ihr einen sozial kompetenten Menschen auf eine gute Social Media Fortbildung, werdet ihr einen hervorragenden Social Media Manager haben – der es auch technisch drauf hat.

Deshalb: Macht charakterlich passende Mitarbeiter zu euren Social Media Managern. Technik kann man lernen – Soft Skills nicht so ohne Weiteres.

Oder in buddhistischen Worten: 

"Jedes gute Gespräch hat vier Voraussetzungen: Zeit, Disziplin, Aufmerksamkeit und Liebe. Wenn wir diese Grundregel beachten, wird unser Leben durch viele beglückende Kontakte reicher werden."

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Mathias Sauermann

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