Filmtipp: Wie sehenswert ist "Steve Jobs"?

Innovator, Genie, Präsentationsgott – oder selbstsüchtiger, unangenehmer Narziss? An dem 2011 verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs schieden sich die Geister. Der britische Regisseur Danny Boyle veröffentlichte jüngst eine Filmbiografie über den US-Unternehmer.


Kinoticket zum 2015er Steve-Jobs-Film.

Vorneweg: Es handelt sich nicht um den Film "Jobs" von 2013 mit Ashton Kutcher in der Hauptrolle.

Das Drehbuch der 2015er Steve-Jobs-Verfilmung basiert auf der 2011 erschienenen und autorisierten Biografie von Walter Isaacson.

In den Hauptrollen:
  • Michael Fassbender ("Macbeth", "Prometheus") als Steve Jobs
  • Kate Winslet ("Titanic") als Joanna Hoffman (Marketing-Managerin von Jobs)
  • Seth Rogen ("The Interview") als Steve Wozniak (Co-Gründer von Apple)
  • Jeff Daniels ("Der Marsianer", "Arachnophobia") als John Sculley (ehemaliger Apple-CEO)

Was zeigt "Steve Jobs"?

Der Film unterteilt sich in drei Kapitel, rund um die Präsentationen...
  • des Macintosh im Jahr 1984,
  • von NeXT im Jahr 1988 (NeXt entwickelte Workstations und wurde 1985 von Steve Jobs gegründet, nachdem er Apple verlassen hatte),
  • und des iMac im Jahr 1998. 

Wie realistisch ist die dargestellte Apple-Ikone?

Apple-Co-Gründer Steve Wozniak beriet die Filmemacher, sodass der dargestellte Jobs recht nah am Original sein sollte.

Michael Fassbender war nicht die erste Wahl für die Hauptrolle: Leonardo DiCaprio (na, das wäre in Kombination mit Kate Winslet was geworden...) und Christian Bale ("Batman") hatten zuvor abgesagt.

Lohnt es sich, "Steve Jobs" anzuschauen?

Nach einem verhaltenen Start, in dem der Film eher unspektakulär vor sich hin plätschert, wird es von Minute zu Minute besser: Der Schwerpunkt liegt auf den Charakteren und Begegnungen, auf den Dialogen, auf Gestiken und Mimiken.

Dem Zuschauer wird schnell klar, warum Steve Jobs gleichzeitig als Genie und als Unsympath galt: Mit einem krankhaft anmutenden Ehrgeiz und einer teils völlig enthemmten Arroganz will er in die Geschichtsbücher eingehen. Seine Vorstellungen verteidigt er bis aufs Blut, so zum Beispiel die totale Apple-Inkompatibilität zu den Produkten anderer IT-Hersteller.

Als Mensch dagegen versagt er: Unfähig, für seine Tochter da zu sein, geschweige denn sie (anfangs) als sein Kind anzuerkennen, wirkt er unnahbar, kalt, fast schon roboterhaft.

Sensibel und doch eindrücklich schildert der Film, dass Steve Jobs ein Produkt seiner eigenen Biografie ist: Als Sohn eines syrischen Politik-Studenten und einer US-Amerikanerin konnten seine jungen Eltern ihn materiell nicht versorgen und gaben ihn zur Adoption frei.

So reinszeniert er sein Gefühl, nicht gewollt zu sein, im Umgang mit seiner eigenen Tochter – und scheint seinen Schmerz komplett abgespalten zu haben. Seine teils völlig ungebremste Überheblichkeit und sein verbissener Ehrgeiz wirken wie Plomben, die seine innere Leere füllen sollen.

Am Ende steht das Bild eines Mannes, der trotz Reichtums sowie bahnbrechender Ideen und Produkte zeit seines Lebens eine einsame, unnahbare Seele zu bleiben schien.

Ist der Film "Steve Jobs" sehenswert? Ja, ist er.


Kommentare

Mathias Sauermann

Mathias Sauermann
...bloggt hier.
>NEWSLETTER: Sichere dir die besten Beiträge meines Blogs >gratis und freibleibend!

Vernetze dich mit mir auf FacebookTwitter Instagram.

Weitere spannende Beiträge dieses Blogs findest du in den Rubriken:
Online-Marketing-Tipps
Digitalisierung

Meinung!
Onliner-Allerlei


Titelbild: Digital Art unter CC0 1.0