Content-Strategie: Darum rocken Interviews

Der Ruf nach hochwertigen Inhalten hält an: Wer mit seiner Website Google und User gleichermaßen beeindrucken will, braucht überzeugenden Content. Welche Vorteile das Interview-Format bietet, zeige ich euch in diesem Beitrag.

Interviews als Content-Format
(Talk unter CC0 1.0)

Let's face it: Die meisten User lesen online nicht wirklich – sie scannen vielmehr. US-Studien gehen davon aus, dass nur knapp 20 Prozent der Nutzer einen Online-Text wirklich Wort für Wort erfassen.

Für die meisten User gilt: Online huschen ihre Augen von Absatz zu Absatz und von Zwischenüberschrift zu Zwischenüberschrift. Ab und zu bleiben sie an einem Link oder einem gefetteten Begriff hängen.

Intensives Lesen scheint immer noch der Print-Welt vorbehalten zu sein, doch die Online-Welt holt auf. Ein paar Zahlen aus Deutschland dazu:

Statistik: Anzahl der Personen in Deutschland, die längere Texte lieber an einem Bildschirm bzw. lieber auf Papier lesen, in den Jahren 2014 und 2015 (in Millionen) | Statista
Mehr Statistiken findet ihr bei Statista.

Content Marketing: Lohnen sich ausführliche Online-Texte?

Spiegel Online erklärt, warum wir auf Bildschirmen eher scannen als lesen:

[...] Irgendwann verschwimmen die Buchstaben. Ursache ist meist [...] Überanstrengung durch Licht und nahes Sehen. Das menschliche Auge ist nicht für das Blicken in eine Lichtquelle ausgerüstet, sondern nur für die Aufnahme von reflektiertem Licht.

Am Bildschirm blicken die Augen jedoch permanent in einen hinterleuchteten Bildschirm. Dabei wird übermäßig viel Rhodopsin, ein Sehpigment in den Netzhautzellen (auch Sehpurpur genannt), verbraucht. Rhodopsin ist für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich und wird unter anderem aus Vitamin A gebildet. Bei starker Beanspruchung kann die Netzhaut nicht genügend Sehpurpur nachbilden.


Hinzu kommt, dass unser Gehirn so oft wie möglich im Energiesparmodus arbeiten will. Folge: Unser Oberstübchen hat wenig Lust auf viel Textmenge unter erschwerten Lesebedingungen.

Lohnt es sich da überhaupt, hochwertigen und ausführlichen Text-Content auf Webseiten zu bieten?

Ja, es lohnt sich! Zum einen aus SEO-Sicht: Google mag fundierte Texte. Bietet ihr euren Usern nur ein paar Textfetzen oder Belanglosigkeiten, produziert ihr in den Augen des Suchmaschinen-Giganten sogenannten Thin Content – und büßt Rankings ein.

Zum anderen gewinnt ihr mit längeren Texten sehr wohl das Interesse der User (und das ihrer Gehirne), wenn ihr euren Content leserfreundlich formatiert – zum Beispiel als journalistisches Interview:

Online-Content: Deshalb sind Interview-Formate lohnenswert

Ein Interview bringt eine leserfreundliche Struktur bereits mit:
  • Frage: ?
  • Antwort: !
  • Frage: ?
  • Antwort: !
  • ...

Das Auge kann sich bequem von einem Frage-Antwort-Block zum nächsten hangeln. So steigt die Chance, dass eure Leser euren Interview-Text bis zum Ende aufmerksam scannen – statt ihn nur zu überfliegen oder gar vorzeitig die Lektüre abzubrechen. 

Und es gibt noch einen weiteren gewichtigen Grund, warum Interviews online rocken...

Hochwertiger Content: Interviews sind sozial!


Das Interview als Content-Format.
(Group unter CC0 1.0)

Wir Menschen sind Säugetiere und als solche soziale Wesen. Wir brauchen einander – und vor allem interessieren wir uns füreinander. 

Das ist ein Grund, warum die Klatsch & Tratsch Ressorts mancher Nachrichtenportale deutlich besser besucht sind als die "harten" Ressorts wie Politik oder Wirtschaft. Es ist genetisch in uns verankert, uns für unsere Artgenossen und deren Befinden zu interessieren. 

Was das mit einem Interview zu tun hat?

Ganz einfach: Ein Interview fokussiert einen Menschen, stellt ihn vor, lässt ihn zu Wort kommen, zeigt sein Gesicht. Es weckt die soziale Neugier der User – und lässt sie euer Interview aufmerksamer angehen als eine unformatierte Bleiwüste.

Content-Format Interview: Ein paar Tipps

Anbei meine Checkliste, damit euer Gespräch zum Content-Hit wird:

➧ Check 1: Bietet euer Interview wirklich Mehrwert? Beantwortet es Fragen der User? Liefert es spannende Informationen?

➧ Check 2: Ist euer Interviewpartner passend gewählt? Kann er/sie wirklich etwas zu dem Thema sagen? Wie ist es um seine/ihre Reputation bestellt? Verfügt er/sie über ein Netzwerk, in dem das Interview zusätzlich geteilt werden kann?

➧ Check 3: Wie "menschlich" sind die Antworten? Artikuliert euer Interviewpartner sein subjektives Empfinden – oder reiht er nur kalt-rational Fakten aneinander?

➧ Check 4: Achtet auf die Länge eures Interviews: Haltet die Frage-Antwort-Blöcke kompakt. Ein Antwort-Block ist zu lang? Dann verteilt ihn auf mehrere Fragen.

➧ Check 5: Lockert das Interview mit Bildern auf: Zeigt euren Interviewpartner, bringt zwischendrin immer wieder ein Bild oder ein hervorgehobenes Zitat.

Richtig eingesetzt sind Interviews ein äußerst lohnenswertes Content-Format: Sie sind für User leicht zu verarbeiten, wecken die soziale Neugier und werden gerne geteilt.

Lasst es mich wissen: Was haltet ihr von Interviews und wie sind eure Erfahrungen mit diesem Content-Format?

Kommentare

Mathias Sauermann

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