Digitalisierung: Können wir Hunger und Armut disruptiv besiegen?

Digitale Transformation, Internet der Dinge, Disruption: Betreffen diese Themen nur robuste Volkswirtschaften wohlhabender Nationen? Wer über den Tellerrand blickt, stellt fest: Auch in den ärmsten Ländern findet die Digitalisierung statt. Die Chancen auf einen Blick.


Digitalisierung in Afrika.
(africa unter CC0 1.0)

Kein Kontinent steht so für Armut wie Afrika. Ein paar Fakten (Quelle: sos-kinderdoerfer.de):

➧ Der zweitgrößte Erdteil ist gleichzeitig der ärmste: Fast 50 Prozent der Bevölkerung der Staaten Subsahara-Afrikas leben unterhalb der Armutsgrenze.

➧ Mehr als 25 Prozent der weltweit Hunger leidenden Menschen sind Afrikaner.

➧ Jeder fünfte Afrikaner gilt als unterernährt.

➧ In der Region Subsahara-Afrika stirbt eines von elf Kindern vor seinem fünften Geburtstag.

Tatsächlich bietet die Digitalisierung zumindest teilweise Wege aus dieser Misere. Beispiele? Bitteschön:

1. Hungersnot digital lindern

Digitalisierung…

➧ hilft via mobilem Internet, in Afrika Nahrungsmittel anzubauen (z. B. dank Informationen zu Wetter, Marktpreisen und Anbau),

➧ ermöglicht es auf dem afrikanischen Kontinent, Bewässerungsanlagen via Internet der Dinge zu optimieren und mittels App zu steuern,

➧ realisiert Crowdfunding-Plattformen, die Lebensmittel-Projekte in afrikanischen Ländern finanzieren,

➧ fördert die Nutztierhaltung z. B. dank der App iCow, mittels derer kenianische Bauern ihre Herden erfolgreich managen,

➧ ermöglicht es, Nutztiere mit RFID-Chips auszustatten, um sie vor Diebstahl zu schützen.

2. Digitale Geschäftsmodelle in Afrika


E-Commerce in Afrika.
(shopping cart unter CC0 1.0)

In Lagos, der größten Stadt Nigerias, stehen die Headquarter zweier Amazon-ähnlicher afrikanischer E-Commerce-Unternehmen: Jumia (das dem kritisch beäugten deutschen Internet-Unternehmen Rocket Internet gehört) und Konga.

Der Online-Handel fristet in Afrika noch ein Nischendasein, hat aber ein enormes Wachstumspotenzial: So gilt das westafrikanische Nigeria schon heute als der zehntgrößte Internetmarkt weltweit.

3. Südafrika: Mit Disruption gegen die Korruption

Schlechte Finanzen und fehlende Transparenz: Afrikanische Staaten haben massiv mit Bestechung im öffentlichen Sektor zu kämpfen.

Stichwort E-Government: Die südafrikanische Regierung will Vergabeverfahren digitalisieren und dezentralisieren, um die Korruption wirksam zu bekämpfen. Steuer- und Handelsregisterdaten werden digital abgeglichen, um zu verhindern, dass Verwaltungs-Angestellte in die eigene Tasche wirtschaften

4. FinTech: Mobile Banking in Afrika

In Ostafrika ist das Zahlungssystem M-Pesa erfolgreich: Es ermöglicht privaten bargeldlosen Zahlungsverkehr über Mobiltelefone – ohne ein reguläres Bankkonto besitzen zu müssen. Entwickelt wurde es von Vodafone.

Mobile Banking fördert auch die Start-up-Kultur in Afrika: Gründer können sich via M-Pesa Geld bei Freunden und Familie leihen, um es später zurückzuzahlen.

Digitale Transformation: Das Big Picture im Auge behalten


Digitalisierung als globale Chance.
(earth unter CC0 1.0)

Soweit ein kleiner Einblick, was die Digitalisierung in Entwicklungsländern bereits leistet.

Es ist legitim, dass wir uns in unseren Breitengraden in Sachen Digitalisierung auf unsere Volkswirtschaft konzentrieren. Jedoch sollten wir uns auch fragen: Wie kann die digitale Transformation humanistisch das große Ganze voranbringen…

…ganz abgesehen davon, dass in einer globalisierten Welt unsere Wirtschaft von einem ökonomisch starken Afrika profitieren würde.

Eure Meinung?


Quellen & Lesetipps:

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Mathias Sauermann

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