Digitalisierung: Estland ist Europameister

Im Nordosten Europas liegt ein kleines Land, das deutlich digitaler ist als die meisten anderen Nationen des Kontinents. Sein Name: Estland. Hier erfahrt ihr, was diesen baltischen Staat zum digitalen Champion macht.


Estlands Flagge: Das Land ist Vorreiter in Sachen Digitalisierung.
Die Flagge Estlands.
(Estonia unter CC0 1.0)

Estland bildet zusammen mit Lettland und Litauen das Baltikum. Im Osten grenzt es an Russland, im Norden und Westen an die Ostsee. Wer Estland besucht, kann viel unberührte Natur entdecken: viel Wald, viele Sandstrände, viele malerische Inseln und eindrucksvolle Hochmoore.

Das Land unterteilt sich in 15 Provinzen mit so klangvollen Namen wie Hiiumaa, Järvamaa, Jõgevamaa, Lääne-Virumaa oder Pärnumaa. Die sprachliche Nähe zum Finnischen ist allgegenwärtig.

Seit 1991 gehört Estland zur UNO, seit 2004 zur EU. Hauptstadt ist das am Finnischen Meerbusen der Ostsee gelegene Tallinn mit rund 400.000 Einwohnern. Staatsoberhaupt Estlands ist Präsident Toomas Hendrik Ilves, Regierungschef der erst 36-jährige Premierminister Taavi Rõivas.


Estlands Hauptstadt Tallinn.
Die estnische Hauptstadt Tallinn.
(Tallinn unter CC0 1.0)

Mit einer Fläche von rund 45.000 km² ist Estland rund 8-mal kleiner als Deutschland – bei einer Einwohnerzahl von ca. 1,3 Millionen (was der Größe Münchens entspricht).

Das mag alles recht beschaulich wirken, Fakt aber ist: Das kleine Estland ist ein digitaler Riese – und uns dabei deutlich voraus.

Estland: Der papierlose Staat

Im Bereich E-Government gilt Estland weltweit als Messlatte und Vorbild. E-Government heißt vereinfacht ausgedrückt: Politik und Verwaltung arbeiten digital und elektronisch.

Die Vorteile von E-Government auf einen Blick:

➧ Es gibt weniger Bürokratie und Kosten,

➧ Behörden sind permanent erreichbar,

➧ Politik und Verwaltung sind transparenter und weniger anfällig für Korruption,

➧ die Bürger können online wählen.


Estlands Verwaltung arbeitet papierlos.
In Estland arbeiten Politik und Verwaltung papierlos.
(office unter CC0 1.0)

Die Esten unterzeichnen mit ihrem Chip-Personalausweis rechtlich verbindliche Dokumente. Und rund 95 Prozent von ihnen führen ihre Steuererklärungen online durch – den Beruf des Steuerberaters kennt man dort nicht wirklich.

Seit 2015 wählt Estland über das Internet oder per SMS. Ach ja: Kostenloses WLAN gibt es fast überall im Land. Und die estnischen Kids lernen bereits in der Grundschule das Programmieren.

Estland bietet einen digitalen Wohnsitz

Seit 2015 können Ausländer in Estland eine sogenannte E-Residency – einen digitalen Wohnsitz – beantragen. Dies ermöglicht es unter anderem, Unternehmen in Estland zu gründen.


E-Residency: Estland als digitaler Wohnsitz.
Estland bietet Ausländern einen digitalen Wohnsitz.
(code unter CC0 1.0)

Ausländische Entrepreneure sollen so motiviert werden, Web-Start-ups in Estland zu gründen.

Prinzipiell floriert die estnische Start-up-Kultur: In Europa ist man die Nr. 1 in der Kategorie "Existenzgründungen pro Einwohner". So hat zum Beispiel der 2011 von Microsoft gekaufte Instant-Messenger Skype estnische Wurzeln.

Das digitale Estland rockt…

…und sollte uns ein Vorbild sein. Denn jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, hat Deutschland in Frankreich gute Chancen, Fußball-Europameister zu werden. In Sachen Digitalisierung sind wir aber nach wie vor nicht endspieltauglich.

Estland dagegen hatte die Zeichen der Zeit bereits 1997 erkannt – damals wie heute heißt das estnische Motto: "Internet vereinigt Menschen, nicht Computer".

Diese frühe Weitsicht zahlt sich aus: 2016 gehören die Esten digital zu den Besten.


Quellen & Lese-Tipps:

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Mathias Sauermann

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Titelbild: Digital Art unter CC0 1.0