SEO: Wohin entwickelt sich die Google-Suche?

Die Berliner Searchmetrics GmbH bietet Softwarelösungen für die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Jüngst untersuchte das Unternehmen, wie sich die Google-Trefferlisten in den letzten Jahren entwickelt haben. Die spannenden Ergebnisse auf einen Blick.


Wohin entwickelt sich die Google-Suche?
(Search Engine unter CC0 1.0)  

"Neue Möglichkeiten für mehr Google-Traffic – Universal & Extended Search 2016: Daten, Trends und Optimierungstipps": So heißt die 32-seitige Analyse, die die organischen (unbezahlten) Google-Trefferlisten genauer beleuchtet.

In grauer SEO-Vorzeit (= Ende der 1990er/Anfang 2000er) listete Google pro Seite einfach nur zehn organische Suchtreffer als Text-Links auf: Ein klickbarer blauer Title und darunter ein zweizeiliger schwarzer Description-Text.

Mittlerweile bekommen User etliche Zusatzinformationen als Info-Boxen präsentiert:

1. Was ist Googles Universal Search?

Universal Search bedeutet soviel wie "umfassende Suche": Suchergebnisse aus den Google-Spezialsuchmaschinen (News, Bilder, Videos, Maps, Shopping, etc.) sind in die "normale" Suche integriert.

Heißt: Wenn ihr bei Google einen oder mehrere Suchbegriffe eingebt, mischen sich die Text-Links mit den folgenden Elementen (für eine größere Ansicht bitte auf das Bild klicken):


a) Bilder-Integration:

Google Universal Search: Bilder-Integration


b) News-Integration:

Google Universal Search: News-Integration


c) Video-Integration:

Google Universal Search: Video-Integration


d) Maps-Integration:

Google Universal Search: Maps-Integration


e) Integration von Product Listing Ads (PLA, Produktanzeigen):

Google Universal Search: PLA-Integration


2. Und was ist Googles Extended Search?

Darunter versteht Searchmetrics die erweiterte ("extended") Suche in Form von zusätzlichen Info-Boxen, die bei einer Suchanfrage erscheinen.

Anders als bei der Universal Search stammen die Boxen der Extended Search nicht aus Googles Spezialsuchmaschinen. Stattdessen entspringen sie teils den organischen Ergebnissen, teils anderen Datenquellen:


a) Knowledge Graph ("Ergebnis-Box"):

Google Extended Search: Knowledge-Graph



b) Karussell:

Google Extended Search: Karussell



c) Direct Answer (Google beantwortet die Suchanfrage direkt):

Google Extended Search: Direct Answer


d) Twitter Cards (Tweets/Posts der Social-Media-Plattform):

Google Extended Search: Twitter Cards


e) Related Questions (verwandte Suchanfragen):

Google Extended Search: Related Questions



f) Mobile App Packs:

Google Extended Search: Mobile App Packs


3. Was genau untersuchte die vorliegende SEO-Studie?

Searchmetrics analysierte anhand von rund 500.000 allgemeinen Suchbegriffen die jeweils erste Google-Seite.

Leitfrage dabei war, welche Universal- und/oder Extended-Search-Elemente (siehe oben) erscheinen.

4. SEO-Studie: Zentrale Ergebnisse (Auswahl)

> a) Gab es früher zehn organische Suchergebnisse als reine Text-Links auf Seite 1 bei Google, sind es 2016 noch durchschnittlich 8,4. Die Boxen der Universal & Extended Search brauchen Platz, sodass die reinen Link-Treffer (klickbarer Title + zweizeilige schwarze Description) weniger wurden.

> b) Universal- & Extended-Search-Ergebnisse nahmen in den letzten Jahren stetig zu.

> c) Die mobile Suche (= auf dem Smartphone) und die Desktop-Suche (= auf dem stationären PC bzw. auf dem Laptop) unterscheiden sich deutlich. Website-Betreiber sollten deshalb genau einkalkulieren, wie ihre Zielgruppe vorrangig sucht.

> d) Die Entwicklung der US-Google-Suche zeigt, was auch bald bei uns kommen wird. Extended-Search-Ergebnisse werden in den USA deutlich häufiger getriggert. Auch gibt es dort neue Elemente wie Twitter Cards und Related Questions (siehe oben unter 2).

> e) Der Anteil von Keywords mit mindestens einem Video-Treffer reduzierte sich: 2015 waren es noch rund 54 %, aktuell sind es 19 %. Ein Grund: Es werden mittlerweile nur noch Clips von Videoplattformen angezeigt und nicht mehr von anderen Websites. 80-90 % der Video-Treffer stammen – wenig überraschend – von der Google-Tochter YouTube.

> f) Bei mobilen Suchanfragen scheint die Integration von Karten (Google Maps) wichtiger zu sein als im Desktop-Bereich. Möglicher Grund: Wer mobil surft, ist unterwegs, will sich also eher geografisch orientieren.

> g) Product Listing Ads (PLA, Produktanzeigen) erscheinen verglichen mit 2015 öfter. Hier dominiert Desktop gegenüber Mobile.

Fazit: schmackhafte Suchergebnisse = attraktiver Werbeträger

Die Searchmetrics-Studie zeigt in meinen Augen deutlich: Google gelingt es gekonnt, die Themen Benutzerfreundlichkeit, User-Mehrwert und Wirtschaftlichkeit zu kombinieren.

Vorrangig soll der User die bestmöglichen Antworten auf seine Suchanfragen bekommen – und das so vollumfänglich wie möglich.

Googles Produkt ist die Suche: Nur wenn User mehrheitlich das Gefühl haben, bei Google die besten Antworten auf ihre Fragen zu bekommen, bleiben sie dem Produkt treu.

Gleichzeitig will und muss Google Geld verdienen: Die Suchmaschine liefert den Usern immer öfter die Antwort selbst – statt sie via Link auf andere Websites weiterzuleiten. Hintergrund: Google macht über 90 Prozent seines Umsatzes via Bezahlanzeigen (AdWords). Je länger ein User auf den Trefferseiten verweilt, desto höher die Chance, dass er auf eine Anzeige klickt.

Der Suchmaschinenriese wird seine Trefferseiten auch künftig anreichern und weitere Features testen. Es bleibt spannend!

Lasst es mich wissen: Wie zufrieden seid ihr mit Googles Antworten auf eure Suchanfragen?


Quelle & Link-Tipp:

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Mathias Sauermann

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