Plattform-Ökonomie (Teil 3): Die Gewinnstrategien von Google & Co.

Digitale Plattformen wie Google, Amazon oder Facebook beherrschen weltweit immer mehr Märkte. Was sind ihre Gewinnstrategien, wie steht es um die Chancengleichheit und welche Branchen werden demnächst erfasst? Die spannenden Fakten auf eine Blick.


Plattform-Ökonomie: Die Gewinnstrategien von Google & Co.
(Space unter CC0 1.0)

"Fairplay in der digitalen Welt – Wie Europa für Plattformen den richtigen Rahmen setzt": So lautet die Studie von Roland Berger und der Internet Economy Foundation, die ich auch bei diesem dritten Teil als Quelle nutze. Here we go:

1. Was macht digitale Plattformen so extrem dynamisch?

Digitale Plattformen besitzen nahezu unbegrenzte Ressourcen: Sie nutzen einen ständig erweiterbaren Pool an Beitragenden und Ideengebern (= Usern).

Klassische Medien können hier nicht mithalten: Ein Grund, warum eine Plattform wie Wikipedia eine klassische Enzyklopädie wie den Brockhaus mit Lichtgeschwindigkeit hinter sich ließ.

Bei aller Dynamik gibt es aber auch Nachteile: Entwicklungen sind nur noch schwer kalkulierbar und es bleibt die Frage, ob und wenn ja wie die User für ihren Wertschöpfungsbeitrag vergütet werden sollten.

2. Mit welchen Strategien werden digitale Plattformen erfolgreich?

Stellvertretend für eine Reihe typischer Gewinnstrategien seien hier zwei genannt:


Crowdsourcing und Marktverengung als Gewinnstrategien.
(Success unter CC0 1.0)

➤ Crowdsourcing: Digitale Plattformen lagern interne Teilaufgaben an eine Gruppe freiwilliger User aus. So tragen Facebook oder Wikipedia selbst nur einen Bruchteil des Contents auf ihren Seiten bei. Mehrheitlich kommen die Inhalte von den Nutzern.

➤ Marktverengung: Digitale Plattformen festigen ihre Position, indem sie bewusst inkompatibel zu ihren Mitbewerbern bleiben. Und sie setzen auf Lock-in-Effekte: Sie binden ihre Nutzer derart eng an ihre Produkte und Services, dass diese gar nicht wechseln wollen – weil die Wechselhürden zu hoch sind. Beispiel: Amazon-Kunden erleben ihren Einkauf als so bequem und reibungslos, dass sie häufig andere Online-Shops ignorieren ("Bei Amazon kriege ich mit drei Klicks alles – warum sollte ich andernorts schauen?").

3. Welche Branchen erfasst die Plattform-Ökonomie demnächst?

Bereits voll erfasst sind Medien, Werbung, Handel, Reise und Gastgewerbe.

Bislang kaum betroffen sind Bildung, Gesundheit, Finanzen, Energie, produzierendes Gewerbe, Transport und Landwirtschaft

Heißeste Plattformkandidaten sind der Transport- und Logistiksektor, der Gesundheitssektor (Fitness/Vitalfunktionen) sowie der Energiesektor

4. ...und was ist mit der Chancengleichheit?


Chancengleichheit in der Plattform-Ökonomie.
(Balance unter CC0 1.0)

Wenn Unternehmen konsequent Hardware/Software, Services, Content und Nutzer-Interaktionen miteinander verknüpfen, werden sie zu einem digitalen Ökosystem. Als solches gefährden sie das Fair Play in der digitalen Welt, da sie zuviel Marktmacht auf sich vereinen.

Ende 2016 gibt es sieben solcher digitalen Ökosysteme:

➧ Alphabet/Google: Search, Android, Play Store, Chrome, AdWords, Maps, YouTube, Gmail, Google+, ...

➧ Apple: MacOS, iOS, App Store, Safari, iCloud, iTunes, ...

➧ Facebook: facebook.com, Messenger, Instagram, WhatsApp, ...

➧ Amazon: Marketplace, Web Services, Kindle, Alexa, Prime, ...

➧ Microsoft: Windows, LinkedIn, Skype, Office-Anwendungen, ...

➧ Tencent (chinesischer Digital-Riese): WeChat, QQ.com, PaiPai, ...

➧ Alibaba (chinesischer Digital-Riese): alibaba.com, Taobao, AliPay, ...

Soweit mein Überblicks-Dreiteiler...

...zum Phänomen der digitalen Plattformen.

Lasst es mich wissen: Chance oder Risiko, echte Innovation oder gefährliche Marktdominanz – wie schätzt ihr die Plattform-Ökonomie ein?


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Mathias Sauermann

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