E-Mail-Marketing: Der klassische Newsletter rockt auch 2017

Die gute alte E-Mail hat zu kämpfen: Von manchen bereits totgesagt, muss sie um ihren Platz im Online-Marketing-Mix bangen. Dabei bietet sie auch 2017 noch ganz entscheidende Vorteile, wenn es darum geht, Kunden zu gewinnen und zu binden.


E-Mail-Marketing rockt nach wie vor.
(E-Mail unter CC0 1.0)

Nein, Onliner sind untereinander nicht immer die besten Freunde: Die SEA-Experten dissen gerne die SEO-Fachleute – und umgekehrt. Die Online-PRler schimpfen auf die Content Marketer. Und die Social-Media-Fraktion streitet gerne mit den E-Mail-Marketern.

Das ist nicht nur doof, sondern auch schädlich: Ein erfolgreicher Online-Marketing-Mix lebt vom Sowohl-als-auch. Ein borniertes Entweder-oder schmälert die Erfolgsaussichten.

Die E-Mail lebt – und es geht ihr gut

Die klassische E-Mail wird gerne als kommunikatives Auslaufmodell hingestellt – umso mehr, je beliebter Smartphone-Messenger wie WhatsApp, Facebook oder Snapchat werden.

Im Herbst 2016 machte das zur Axel Springer SE gehörende Online-Frauenmagazin gofeminin.de Schlagzeilen: Es verkündete, künftig seinen E-Mail-Newsletter durch WhatsApp-Push-Nachrichten ersetzen zu wollen...

...Anfang 2017 finde ich auf der Seite nach wie vor ein Anmeldeformular für den E-Mail-Newsletter – aber keinen prominenten Hinweis auf den WhatsApp-Service.

Anyway: Prinzipiell halte ich den Gedanken für spannend. Könnten Messenger wie WhatsApp, Facebook oder Snapchat den klassischen E-Mail-Newsletter ablösen? Gerne wird gemutmaßt, dass vor allem die junge Generation sich immer stärker von der klassischen E-Mail abwende. Ein Blick in die ARD/ZDF Online-Studie von 2016 sagt aber etwas anderes:

Online-Tätigkeiten 2015 und 2016 nach Geschlecht und Alter, mindestens einmal wöchentlich (Bevölkerung ab 14 Jahre):

➤ Senden/Empfangen von E-Mails:
  • Gesamt: von 78 % (2015) auf 81 % (2016)
  • 14-29 Jahre: von 71 % (2015) auf 80 % (2016)

➤ Instant-Messaging-Dienste wie WhatsApp nutzen:
  • Gesamt: von 54 % (2015) auf 68 % (2016)
  • 14-29 Jahre: von 82 % (2015) auf 92 % (2016)

Nach einem schleichenden Tod der E-Mail im B2C-Bereich klingt das nicht. Vielmehr sind wir wieder beim Sowohl-als-auch: WhatsApp & Co. können das E-Mail-Marketing bei der Zielgruppenansprache ergänzen, verdrängen es aber nicht.

Für den B2B-Sektor gilt das noch stärker: Im Geschäftsbereich wird die klassische E-Mail auch in den kommenden Jahren ein wichtiges Kommunikationsmittel bleiben – zumindest nach außen. Intern werden Social-Collaboration-Tools wie Slack, Workplace by Facebook oder Bitrix24 sie schrittweise ablösen.

Auch 2017 hat der E-Mail-Newsletter echte Stärken


Die Stärken des E-Mail-Marketings.
(Strength unter CC0 1.0)

Sichtbarkeit: Beim E-Mail-Marketing entscheidet kein Algorithmus und kein Zufall darüber, ob eure Botschaft eure Zielgruppe erreicht – im Gegensatz zu Facebook & Co.

Personalisierung: "Hallo Mathias, kennst du schon diese extra für dich ausgewählten Angebote/Beiträge?" – eine WhatsApp oder einen Facebook-Post könnt ihr nicht personalisieren, einen E-Mail-Newsletter dagegen sehr genau.

Ungeteilte Aufmerksamkeit: Öffnet euer Abonnent euren E-Mail-Newsletter, habt ihr ihn als Leser komplett in eurer Welt. Keine Fremdangebote lenken ihn ab. Das mag auch auf eine WhatsApp-Nachricht zutreffen – aber ganz bestimmt nicht auf einen Post im überladenen Facebook- oder Xing-Newsstream.

Kein Verfallsdatum: Einen E-Mail-Newsletter kann eure Zielgruppe solange öffnen und lesen, wie sie ihn im Postfach belässt. Ein Social-Media-Post dagegen ist äußerst schnell vergessen und verschwunden.

Detaillierte Erfolgskontrolle: Öffnungsrate, Klickrate, Conversion, Bounces, Abbesteller – E-Mail-Marketing ermöglicht ein hochwertiges, aussagekräftiges Controlling.

Nochmals mein Appell: Es geht hier nicht um eine Entscheidung für das E-Mail- und gegen das Social-Media-Marketing. Es sollte immer ein Sowohl-als-auch sein: Denn in anderen Bereichen sind Facebook & Co. wiederum der E-Mail deutlich überlegen.

E-Mail-Marketing: Lohnt sich das?

Ich sage: Ja, definitiv! Den viel beschworenen und oft zitierten Tod der E-Mail kann ich 2017 nicht erkennen.

Im Gegenteil: Auch für die Millenials scheint die klassische elektronische Post nach wie vor Usus zu sein. Und in der Kommunikation zwischen Unternehmen wird die E-Mail noch eine ganze Weile Standard bleiben.

Was meint ihr: Lohnt sich klassisches E-Mail-Marketing auch künftig?

Kommentare

Mathias Sauermann

Mathias Sauermann
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