Digitalisierung: USA 1 – GER 0

In ihrer aktuellen Studie fragten die Berliner Digitalberater der etventure GmbH: Wie läuft die Digitalisierung von Großunternehmen diesseits und jenseits des großen Teichs? Es wird deutlich: Der Vorsprung der USA bleibt groß.

Digitalisierung in Deutschland und den USA
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Frage: Was haben US-Player wie Google, Amazon oder Apple deutschen Großunternehmen wie Siemens, Bosch oder Bayer voraus?

Antwort: Amerikaner sehen Chancen, Deutsche eher Risiken.

Das ist die Quintessenz der etventure-Studie "Digitale Transformation und Zusammenarbeit mit Start-ups in Großunternehmen in Deutschland und den USA". Sie entstand gemeinsam mit den Marktforschern der GfK Nürnberg sowie von YouGov, USA.

Die Eckdaten:
  • Befragungszeitraum: Ende 2016 bis Anfang 2017
  • Befragte Personen: 135 deutsche und 159 US-amerikanische Digital-Entscheider... 
  • ...in Großunternehmen mit einem Mindestumsatz von jährlich 250 Mio. Euro bzw. US-Dollar.

Die Themenbereiche
  • Bedeutung der Digitalisierung, Fortschritte und Hemmnisse
  • Setup und Methoden der Digitalisierung
  • Faktor Mensch und Unternehmenskultur
  • Zusammenarbeit mit Start-ups

Kernergebnisse der Digitalisierungsstudie

➧ 50 % der deutschen Großunternehmen sehen die Digitalisierung als Top-3 Thema. In den USA sind es 66 %.

➧ Top-3-Hemmnisse deutscher Großunternehmen bei der Digitalisierung:
  • Fehlende Erfahrung bei nutzerzentriertem Vorgehen (63 %)
  • Verteidigung bestehender Strukturen (50 %)
  • Zeitmangel (49 %)

➧ "Unsere Belegschaft ist qualifiziert für die Herausforderungen der Digitalisierung"
  • Deutschland: 42 %
  • USA: 90 %

➧ "Prozesse zur digitalen Transformation verunsichern unsere Mitarbeiter"
  • Deutschland: 37 %
  • USA: 6 %

➧ "Wir erwarten zusätzliche Arbeitsplätze durch die Digitalisierung"
  • Deutschland: 19 %
  • USA: 59 %

Interne Bremskräfte hemmen Digitalisierung


Digitalisierung: Für Deutschland immer noch Neuland?

Laut der Studie teilt sich in fast jedem zweiten deutschen Unternehmen die Belegschaft in Digitalisierungs-Befürworter und -Verweigerer. 14 Prozent der Mitarbeiter lehnen die digitale Transformation sogar komplett ab (in den USA tun dies nur vier Prozent).

Intuitive Bedienbarkeit, einfache Zugänge und problemlos erreichbare Dienstleistungen: Während es für US-Firmen normal ist, sich auf den Nutzer/Kunden zu konzentrieren, fokussieren deutsche Unternehmen eher Technik und Produkte. Für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ein Risiko.

Digitalisierung braucht fähige Führungskräfte

Der neue Typus Führungskraft braucht digitales Know-how, Change-Management-Kompetenzen, eine unternehmerische Denke sowie eine Start-up-Mentalität. Hinzu kommen innovatives und agiles Denken sowie Kommunikationsstärke.

Autoritäre Führungsstile, Konkurrenzdenken, langwierige Entscheidungsprozesse, Kontrollen und Präsenzpflicht haben ausgedient: Gefragt ist stattdessen eine kooperative Mitarbeiterführung mit flachen Hierarchien und Teamarbeit.

Fazit: Deutschlands digitaler Dornröschenschlaf...

...hält an. Die etventure-Studie zeigt: In Sachen Digitalisierung bewegt sich Deutschland in die richtige Richtung, tut dies aber entschieden zu langsam.

Lasst es mich wissen: Warum schreckt das Land der Dichter und Denker vor dem digitalen Fortschritt zurück?

Quelle & Link-Tipp:

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Mathias Sauermann

Mathias Sauermann
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