Digitalisierung: Warum Unternehmen bei der Transformation stolpern

Warum scheitern Firmen mit ihrer Digital-Strategie in der Praxis? Laut der Unternehmensberatung McKinsey sind zwei Entwicklungen und fünf Stolperfallen dafür verantwortlich. Die spannenden Erkenntnisse auf einen Blick.


Stolperfallen der Digitalisierung
(Stumbling unter CC0 1.0)

Die Consultants sehen zwei Hauptgründe, warum sich viele Unternehmen mit dem Thema Digitalisierung schwertun:
  1. Das Ausmaß disruptiver ökonomischer Kräfte.
  2. Die Unvereinbarkeit des Digitalen mit traditionellen wirtschaftlichen, strategischen und operativen Modellen.

Fünf Stolperfallen nennt McKinsey konkret:

Stolperfalle 1: Das falsche Verständnis von Digitalisierung

Manche Entscheider sehen die digitale Transformation ihres Unternehmens vollendet, wenn sie die hauseigene IT modernisiert haben. Andere wiederum reduzieren das Digitale auf Marketing und Vertrieb. Problem: Beide Denkweisen greifen entschieden zu kurz.


Richtiges und falsches Verständnis von Digitalisierung
(Digitalisierung unter CC0 1.0)

Immer noch zu wenige Unternehmen betrachten Digitalisierung als das, was sie sein sollte: Eine ganzheitliche Entwicklung, die strategisch, taktisch und operativ abläuft – und dabei stets den Kunden fokussiert. Das umfasst Daten und Technologien ebenso wie Geschäftsmodelle.

Stolperfalle 2: Neue Wirtschaftsregeln ignorieren

Die Digitalisierung schafft mehr Wert für Kunden als für Unternehmen. Dies führt zu mehr Wahlmöglichkeiten auf Kundenseite: Sie kaufen nur noch das, was sie wirklich brauchen.

Beispiel Touristikbranche: Wollte jemand früher Reisen verkaufen, musste er in Reisebüros und Mitarbeiter investieren. Heute macht das Web die Angebote und Preise transparent, der Kunde bucht selbst.

Weiterhin gilt in der Digital-Ökonomie das Motto "The winner takes it all". Abwarten sei laut McKinsey tödlich: Man müsse der Erste sein oder ein sehr schneller Verfolger – andernfalls drohe der Absturz.

Stolperfalle 3: Öko-Systeme und Plattform-Strategien ignorieren

Digitale Plattformen wie Google, Amazon, Airbnb oder Alibaba bilden Öko-Systeme bestehend aus Plattform, Anbietern und Nachfragern. Sie bewegen sich über Branchengrenzen hinweg und erreichen eine nahezu unbegrenzte Kundenbasis.

Traditionelle Geschäftsmodelle mit klar abgesteckten Grenzen (sog. Pipeline-Unternehmen mit linearer Wertschöpfungskette) hinken hinterher.


Erfolgreiche Digitalisierung umfasst Plattform-Ökonomie-Ansätze
(Plattform unter CC0 1.0)

Entscheider müssen in dem dynamischen Umfeld der Digitalisierung permanent mögliche Mitbewerber und Kooperations-Partner identifizieren. Ebenso müssen sie sich auf das Modell "Co-opetition" (= cooperation + competition) einlassen: Andere Marktteilnehmer können in solch einem Öko-System gleichzeitig Freund als auch Feind sein (engl. "Frenemy").

Stolperfalle 4: Den Wettbewerb nur begrenzt beobachten

Es sind nicht nur plötzlich auftauchende Start-ups, die bestehende Branchen durchschütteln: Auch etablierte Platzhirsche könne Disruptionen auslösen.

Dies gilt neben dem B2C- auch für den B2B-Bereich. Letzterer würde dabei oft übersehen, so McKinsey.

Stolperfalle 5: Die digitale Dualität missachten

Entscheider und Unternehmenslenker müssen beides tun: Ihr bestehendes Geschäftsmodell digitalisieren und parallel neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln.

Fazit: Digitalisierung gelingt nur ganzheitlich – und schnell

Soweit die spannenden Einschätzungen und Tipps von McKinsey. Eine weitere Stolperfalle sollte "Trügerische Sicherheit" lauten: Viele traditionelle Unternehmen sind aktuell erfolgreich und sehen sich deshalb nicht genötigt, ihre bestehenden Konzepte infrage zu stellen.

Wie schnell eine Branche durchgeschüttelt werden kann, zeigen die Beispiele Digitalfotografie (gestolpert: Agfa, Kodak), Mobiltelefon (gestolpert: Nokia), Hotel (Disruptor: Airbnb) und Handel (Disruptor: Amazon).

Deshalb ist gerade Stolperfalle 5 beachtenswert: Unternehmen müssen dual denken und vorgehen, ihr bestehendes Geschäftsmodell immer wieder prüfen und neue entwickeln.

Lasst es mich wissen: Welche Digitalisierungs-Stolperfalle ist eurer Meinung nach die gefährlichste?


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Mathias Sauermann

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