Digitalisierung der deutschen Wirtschaft: So performen wir 2018

Auf einer Skala von 0 bis 100: Wie digital fortgeschritten sind deutsche Unternehmen? Diese Frage untersuchte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gemeinsam mit den Marktforschern von Kantar TNS und dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).


Digitalisierungs-Index der deutschen Wirtschaft
(Tacho unter CC0 1.0)

Der Titel der Studie lautet "Monitoring-Report: Wirtschaft digital 2018". Befragt wurden Entscheider in mehr als 1000 deutschen Unternehmen. Laut der Initiatoren sind die Ergebnisse repräsentativ, folgende Branchen wurden fokussiert:
  • Maschinenbau
  • Fahrzeugbau
  • chemisch-pharmazeutische Industrie
  • sonstige verarbeitende Gewerbe
  • Informations- und Kommunikationswirtschaft
  • Energie- und Wasserversorgung
  • Handel
  • Verkehr und Logistik
  • Finanz- und Versicherungswirtschaft
  • wissensintensive Dienstleister (z. B. Unternehmensberatungen, Marktforscher, Medienindustrie)
  • Gesundheitswesen
Die Studie konzentriert sich auf drei Kernfragen:
1. Wie beeinflusst die Digitalisierung den Geschäftserfolg?
2. Wie stark durchdringt die Digitalisierung unternehmensinterne Prozesse und Arbeitsabläufe?
3. Wie intensiv nutzt das Unternehmen digitale Technologien und Dienste?

Deutschlands Digital-Index

Der erhobene "Wirtschaftsindex digital" zeigt auf einer Skala von 0 bis 100, wie fortgeschritten deutsche Unternehmen in Sachen Digitalisierung sind.

0 bedeutet: Es sind keine Geschäftsabläufe oder unternehmensinterne Prozesse digitalisiert, auch nutzt das Unternehmen keine digitalen Technologien. 100 bedeutet: Das Unternehmen ist vollständig digitalisiert. Die untersuchte deutsche Unternehmenslandschaft erreicht als Gesamtwert 54 Punkte.

Digitalisierung in deutschen Unternehmen: Detail-Ergebnisse

Wie viele Unternehmen haben die Digitalisierung bereits stark in ihrer DNA verankert?

➧ Anteil digitaler Prozesse "äußerst hoch/hoch": 67 %

➧ strategische Einbindung digitaler Themen "äußerst stark/sehr stark": 28 %

➧ Investitionen in Digitalisierung "sehr hoch" (>10 % des Umsatzes): 20 %

➧ Einfluss der Digitalisierung auf den Unternehmenserfolg "äußerst stark/sehr stark": 31 %

➧ Umsatz mit digitalen Angeboten "sehr hoch" (>60 % des Umsatzes): 25 %

➧ Digitalisierungsgrad des Angebots "äußerst hoch/sehr hoch": 37 %


Digitalisierungs-Trends der deutschen Wirtschaft
(Power unter CC0 1.0)

Digitalisierungs-Trends der deutschen Wirtschaft

Positiv: 46 Prozent der Unternehmen halten das Thema Digitalisierung für wichtig oder sehr wichtig. Ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Negativ: In nur 26 Prozent der Unternehmen nutzen über 50 Prozent der Mitarbeiter digitale Dienste beruflich (minus fünf Prozentpunkte). Zu den digitalen Diensten zählen zum Beispiel Cloud-Computing, Big-Data-Anwendungen und Messenger-Dienste. 37 Prozent sind mit dem Stand der Digitalisierung in ihrem Unternehmen zufrieden – ein Minus von vier Prozentpunkten gegenüber 2017.

Digitalisierung: Vorreiter & Nachzügler

Knapp sieben Prozent der Unternehmen in Deutschland gelten als "digitale Vorreiter" (Digitalisierungs-Index: 81-100 Punkte). Sie kommen zu mehr als 90 Prozent aus der Dienstleistungsbranche, nur knapp fünf Prozent sind Industrieunternehmen.

➧ 07 % digitale Vorreiter (81-100 Punkte)
➧ 32 % digital Fortgeschrittene (61-80 Punkte)
➧ 34 % digitales Mittelfeld (41-60 Punkte)
➧ 19 % digitale Anfänger (21-40 Punkte)
➧ 08 % digitale Nachzügler (0-20 Punkte)

Das Branchen-Ranking:
  • Informations- und Kommunikationstechnik (IKT): 74 Punkte
  • wissensintensive Dienstleister: 63 Punkte
  • Finanz- und Versicherungsdienstleistungen: 61 Punkte
  • Handel: 54 Punkte
  • Chemie / Pharma: 50 Punkte
  • Maschinenbau: 48 Punkte
  • Energie- und Wasserversorgung: 47 Punkte
  • Verkehr und Logistik: 43 Punkte
  • Fahrzeugbau: 40 Punkte
  • Gesundheitswesen: 37 Punkte

Die Innovationstechnologien im Überblick

Internet der Dinge (Internet of Things, IoT): 38 Prozent der Dienstleistungs- und 45 Prozent der Industrieunternehmen vernetzen Geräte und Gegenstände. 39 Prozent haben sich bewusst gegen IoT entschieden, weil sie es für irrelevant halten.

Robotik & Sensorik: 17 Prozent der Industrieunternehmen nutzen Robotik, Sensorik oder eine automatische Prozess-Steuerung in der Produktion. 47 Prozent haben sich dagegen entschieden.

3D-Druck: Zehn Prozent der Industrieunternehmen in Deutschland nutzen die additive Fertigung.

Big Data: 15 Prozent aller Unternehmen nutzen Massendaten-Anwendungen, mehr als die Hälfte hält Big Data für nicht sinnvoll. Anders bei Großunternehmen: Hier ist Big Data ein Top-Thema.

Industrie 4.0: Die unternehmens- und standortübergreifende Vernetzung einzeln betriebener Systeme oder Prozesse gibt es in neun Prozent der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes. 60 Prozent der Industriefirmen verzichten auf den Einsatz.

Blockchain: Ein dezentraler Datenspeicher, der dank einer dreifachen Systemintegrität zwischengeschaltete Kontrollinstanzen überflüssig macht (deshalb brauchen auf Blockchain basierende Kryptowährungen wie Bitcoin keine Banken). 41 Prozent der deutschen Unternehmen haben sich noch nie damit beschäftigt, acht Prozent setzen Blockchain bereits ein.

Künstliche Intelligenz (KI): Fünf Prozent der Unternehmen setzen KI-Lösungen ein. Weitere zwei Prozent planen es.

Digitalisierung? Wir hinken weiter hinterher

Das BMWi ist bemüht, in seiner Studie positive Entwicklungen herauszustellen. Aber ganz ehrlich: Das ist alles immer noch zweitklassig. Die deutsche Wirtschaft wird angesichts ihrer Digitalisierungs-Lethargie große Schmerzen in Sachen global-digitale Wettbewerbsfähigkeit bekommen.

Lasst es mich wissen: Wie schätzt ihr die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft ein?

Quelle & Link-Tipp:

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Mathias Sauermann

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