Digitalisierung: Wo droht der Job-Verlust?

Internet der Dinge, Industrie 4.0, Disruption, Künstliche Intelligenz: Die digitale Transformation verändert unsere Wirtschaft und unser Arbeiten grundlegend. Mancherorts werden menschliche Arbeitskräfte überflüssig werden. Die Prognosen auf einen Blick.

Die Digitalisierung lässt viele neue Jobs entstehen, aber auch etliche verschwinden: Dort, wo ein Computer eine Tätigkeit komplett und hochwertig ausführen kann, wird er menschliche Arbeitskräfte ersetzen. Die Deutsche Presseagentur (dpa) beleuchtete jüngst, wie stark welche Jobs und Branchen betroffen sind.

So wirkt sich die Digitalisierung auf unsere Jobs aus

1. Industrie


Auswirkungen der Digitalisierung auf die Produktion.
(Robot unter CC0 1.0)

Die Automatisierung eroberte bereits in den 1970er Jahren die Fertigung, aktuell tut es das Thema Industrie 4.0: Die "intelligente Fabrik" (Smart Factory) arbeitet onlinebasiert, vernetzt und autonom. Maschinen kommunizieren mit Maschinen und entscheiden teils selbstständig.

Eigentlich sollte dieser Bereich deshalb prädestiniert sein für das massenhafte Wegfallen von Arbeitsplätzen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) bleiben jedoch zuversichtlich:

Deutschland habe bereits heute die weltweit dritthöchste Roboter-Dichte in der Produktion und dennoch Rekordbeschäftigung. Es bestünde die Chance, dass mehr Job enstehen als wegfallen.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) dagegen warnt: Vor allem klassische Facharbeiter (zum Beispiel in der Maschinensteuerung) werden ihre Jobs verlieren.

2. Logistik & Transport
Hier sind sich die meisten Experten einig: Das autonome Fahren wird Menschen hinter dem Steuer zusehends überflüssig machen. Berufe wie der des LKW- oder Taxi-Fahrers, aber auch der des Lok-Führers werden verschwinden.

3. Büro & Back-Office
Aufträge bearbeiten, Rechnungen stellen, Termine vereinbaren – auch hier erwarten Fachleute, dass Kollege Computer dies bald alleine managen wird.


Wo mischen Roboter unsere Arbeitswelt auf?
(Robot unter CC0 1.0)


4. Verkauf & Kasse
Amazon hat's kürzlich vorgemacht: Ein Supermarkt gänzlich ohne Kasse und Personal. Heißt: Es wird immer weniger Menschen in diesen Bereichen geben.

5. Landwirtschaft
Kollege Computer melkt, erntet, füttert und unterstütz bereits eifrig auf Acker und Hof. Experten glauben jedoch nicht, dass er dies künftig alleine machen wird. Die Aufgaben im Agrarsektor seien zu vielfältig, um auf menschliche Arbeitskraft verzichten zu können.

6. Gesundheitswesen & Pflege
Japan setzt bereits Roboter-Pflegekräfte ein und auch im OP-Saal trifft man sie an. Mehr als unterstützen werden die digitalen Kameraden aber langfristig nicht, denn hier geht es um Arbeit in ihrer menschlichsten, sozialsten und empathischsten Form.




7. Reinigungskräfte
Rasenmähen, Staubsaugen, Fensterputzen: Kollege Roboter wird diesen Bereich immer stärker erobern. Jedoch geht das Heidelberger Institut für Trend- und Zukunftsforschung davon aus, dass menschliche Arbeitskräfte vorerst bestehen bleiben: Manches im Haushalt würde Roboter (noch) überfordern.

8. Erziehung & Pädagogik
Siehe Punkt 6. Auch hier gilt: Langfristig wird kein Roboter fähig sein, so empathisch und sozial-kommunikativ zu agieren wie ein Mensch. Deshalb bleiben pädagogische Berufe fest in humanoider Hand.

9. Finanzanalysten, Steuerberater, Versicherungsvertreter, Einkäufer, ...
Alle vier genannten Berufsbilder werden mit hoher Wahrscheinlichkeit wegfallen: Große Datenmengen werden bereits heute von Computern analysiert und den Beruf des Steuerberaters gibt es im durchdigitalisierten Estland so gut wie gar nicht mehr. Was wie teuer bei wem eingekauft werden soll, können ebenfalls Programme kalkulieren.

10. Akademische Jobs 
Je höher der Bildungsgrad, desto geringer die Gefahr, von Kollege Roboter ersetzt zu werden. Aber dennoch wird die Digitalisierung auch diesen Bereich gehörig durchschütteln.

Fazit: Prognosen sind schwierig, ...

...besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Gesagt hat's wahlweise Kabarettist Karl Valentin, Schriftsteller Mark Twain oder der Physiker Niels Bohr.

Es liegt an uns, die Digitalisierung mitzugestalten, zu moderieren und zu diskutieren. Dazu gehört auch, uns auf eine veränderte Arbeitswelt einzustellen – denn die Veränderung wird kommen.

Ob euer Job betroffen sein wird, sagt euch der Test "Werde ich durch einen Computer ersetzt?" auf sueddeutsche.de.

Lasst es mich wissen: Was glaubt ihr, wie die Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändern wird?


Quellen & Link-Tipps:

Kommentare

Mathias Sauermann

Mathias Sauermann
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Titelbild: Digital Art unter CC0 1.0