Künstliche Intelligenz: Wie clever ist Kollege Computer?

Abstrakt und vernünftig zu denken, um zweckvoll zu handeln: So definiert der Duden Intelligenz. Lässt sich das automatisieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich Künstliche Intelligenz (KI). Schauen wir uns die Fakten an.


Wie intelligent kann Kollege Computer werden?
(Robot unter CC0 1.0)

Der KI-Begriff droht zum Buzzword zu werden: Er begegnet uns ständig, dies jedoch selten griffig. Bereits der Begriff Intelligenz wird äußerst mannigfaltig definiert. Bringen wir Licht ins Dunkel!

Was ist Künstliche Intelligenz?

Unter Künstlicher Intelligenz verstehen Experten Computer, die menschliche Intelligenz imitieren. Formvollendet müsste solch ein System
  • alles erfassen, was um es herum geschieht, 
  • zudem darauf reagieren
  • und fähig sein, sein eigenes Überleben zu sichern. 

Von diesem Idealzustand ist die KI-Forschung jedoch weit entfernt. Im Jahr 2017 liegt Künstliche Intelligenz vor, wenn Computer intelligentes Verhalten basierend auf Mustern nachahmen können. Wohl aber können KI-Systeme bereits heute durch Lernen besser werden: Sie kennen nicht nur 0 und 1, sondern entscheiden auch, indem sie Wahrscheinlichkeiten einkalkulieren.

Beispiele, bitte!

Das Übersetzungstool Google Translate arbeitet mit KI: Früher zerpflückten solche Programme Sätze, um diese dann Wort für Wort zu übersetzen. Die Ergebnisse klangen mitunter eher unfreiwillig komisch als wirklich brauchbar.

Neue Systeme wie Google Translate sind schlauer: Sie untersuchen die Sätze inhaltlich und arbeiten auch in der Zielsprache mit einem korrekt klingenden Satzbau (meistens…).

Künstliche Intelligenz arbeitet auch in digitalen Helfern. Sie erkennen unsere Stimme, versuchen zu verstehen, was wir sagen, und wollen auf uns individuell abgestimmte Antworten liefern. Dazu gehören:

Wissenschaftler schicken bereits mit KI ausgestattete Roboter auf das Fußballfeld. Wie intelligent sich die künstlichen Kicker anstellen, zeigt euch dieses Video in 76 Sekunden:




Was sagen die KI-Optimisten?

KI-Fans wollen einfache Arbeiten künftig von Programmen verrichten lassen und den Menschen so von "niederen Tätigkeiten" befreien. Ebenso soll dank des auf KI basierenden autonomen Fahrens der Mensch freier werden und sicherer reisen: Statt hinter dem Steuer gefangen zu sein, könnten wir die Reisezeit im Auto künftig produktiv nutzen – bei deutlich geringerem Unfall-Risiko.

Künstliche Intelligenz soll auch das Gesundheitswesen erobern: Digitale Systeme checken Symptome und gleichen sie mit einer riesigen Datenbank ab. Der Arzt ergänzt dieses Big-Data-Knowhow mit seiner Erfahrung.

Der jüngste Meilenstein in der KI-Geschichte hat mit einem mindestens 2000 Jahre alten chinesischen Brettspiel zu tun: 2016 besiegte das Google-Programm AlphaGo einen der weltbesten menschlichen Go-Spieler. Das Strategiespiel gilt als äußerst komplex und soll sogar Schach in den Schatten stellen.


KI arbeitet in digitalen Assistenten.
(Web unter CC0 1.0)


Und wie sehen die KI-Schreckensszenarien aus?

Die lautesten kritischen Stimmen zum Thema Künstliche Intelligenz kommen nicht aus reaktionären Kreisen, sondern von Tech-Größen und Naturwissenschaftlern:

Tesla-Gründer Elon Musk und Astrophysiker Stephen Hawking warnen vor Szenarien, die an die Terminator-Filme ("Skynet") oder die Matrix-Reihe erinnern: KI verselbständigt sich und wird übermächtig. Dazu zwei Zitate:

➤ "Eine superintelligente künstliche Intelligenz wird extrem gut in der Erfüllung ihrer Ziele sein und wenn diese Ziele nicht mit unseren übereinstimmen, haben wir ein Problem."

➤ "KI-Technologie hat einen Punkt erreicht, an dem der Einsatz autonomer Waffensysteme, (praktisch, wenn auch nicht rechtlich) innerhalb von Jahren, nicht von Jahrzehnten, möglich ist, und die Risiken sind hoch: Autonome Waffen sind als die dritte Revolution der Kriegführung nach Schießpulver und Nuklearwaffen beschrieben worden."

Heilsbringer oder apokalyptischer Reiter?

Meine Meinung: Künstliche Intelligenz ist zunächst einmal völlig wertneutral. Die Wertigkeit ergibt sich wie bei allen Erfindungen erst in der Nutzung.

Und deshalb sehe ich auch in KI (wie in der gesamten Digitalisierung) mehr Chancen als Risiken – wenn wir sie denn verantwortungsvoll und reflektiert begleiten, diskutieren und moderieren.

Was meint ihr: Ist Künstliche Intelligenz eher Segen oder eher Fluch?


Quellen & Link-Tipps:

Kommentare

Mathias Sauermann

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