Digitalisierung: Die deutsche Wirtschaft im globalen Vergleich

"TOP500-Studie – Götterdämmerung in der deutschen Wirtschaft?": Unter diesem Titel analysierten jüngst die IT-Berater von Accenture, wie sich die 50 größten deutschen Unternehmen in den Jahren 2007 bis 2017 entwickelten. Vorhang auf für die spannenden Ergebnisse.


Rückblick und Ausblick: Digitalisierung der Volkswirtschaften in Deutschland, China und den USA
(Rückblick / Pixabay-Lizenz)

Digitalisierung: Entwicklungen 2007-2017 

ITK-Branche: Anders als in den USA und China entwickelte sich der Sektor Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK) in den deutschen Top-50-Konzernen nicht nennenswert.

Automotive-Dominanz: Die deutsche Wirtschaft ist abhängig von der Automobil-Industrie. Die Studienmacher betonen: Damit der Automotive-Sektor stark bleibt, muss er abseits der reinen Fahrzeugherstellung neue Leistungen erbringen (vor allem im Bereich digitaler, auf künstlicher Intelligenz basierender Technologien). Dies gilt auch für die anderen deutschen Leitindustrien: Neue, zukunftsfähige und gut skalierbare Geschäftsmodelle sind dringend nötig.

Plattform-Ökonomie: Vorbild sind die USA (Google, Amazon, Facebook, Apple, kurz GAFA) und China (Baidu, Alibaba, Tencent, kurz BAT). In beiden Ländern stehen Technologie- und Plattform-Unternehmen an der Spitze der Wertschöpfungskette. In Deutschland dagegen ist der Softwarehersteller SAP das bislang einzige Unternehmen, welches in den Jahren 2007 bis 2017 ein relevantes digitales Plattform-Modell etablieren konnte.

USA, China, Deutschland: Digitale Wertschöpfung in Zahlen

➤ Zwischen 2007 und 2017 stießen in China 25 neue Konzerne zu den 50 umsatzstärksten Unternehmen des Landes, darunter mit Alibaba ein Digitalunternehmen. In den USA gab es zehn Neuzugänge bei den Top 50, darunter Amazon, die Google-Mutter Alphabet sowie Apple. In Deutschland gab es lediglich einen Austausch innerhalb der etablierten Industrien.

➤ In Deutschland lag der Anteil von ITK-Unternehmen am gesamten Top-50-Börsenwert 2017 bei 16 Prozent (2007: 9 Prozent). In den USA stieg die Gewichtung in den Jahren 2007 bis 2017 von 28 auf 36 Prozent, in China von vier auf 28 Prozent. 

Plattform-Ökonomie: Welche Chancen hat Deutschland?

Viele deutsche Plattform-Initiativen bleiben laut Accenture unbekannt und kämpfen mit Skalierungs- und Monetarisierungs-Problemen.

Dabei stehen sich viele deutsche Plattformbetreiber offensichtlich selbst im Weg: Gerade einmal 18 Prozent der 144 untersuchten deutschen Plattformen sind mehrseitig und offen aufgestellt – und erfüllen damit die Grundvoraussetzung für exponentielles Wachstum dank indirekter, wechselseitiger Netzwerkeffekte.

Hintergrund: Eine offene Plattform integriert – anders als eine geschlossene – auch Angebote anderer Unternehmen. Als Positivbeispiele für mehrseitige, offene Plattformen deutschen Ursprungs nennt Accenture die Bosch IoT SuiteSiemens MindSphere sowie SAP Leonardo.

Standort Deutschland: höchster Handlungsbedarf

Auch die aktuelle Accenture-Studie zeigt: Wenn Deutschland künftig global wirtschaftlich wettbewerbsfähig bleiben will, muss es jetzt in die digitale Wertschöpfung, neue Technologien und die Plattform-Ökonomie investieren.

Die USA und China haben bereits einen deutlichen Vorsprung, der immer größer werden wird – wenn Deutschland und Europa in ihrem digitalen Dornröschenschlaf verharren.

Lasst es mich wissen: Wie schätzt ihr die Zukunftschancen des Wirtschaftsstandortes Deutschland ein?

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Mathias Sauermann

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